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Warum sollten man überhaupt im IT-Bereich arbeiten?

04 Juli 2018
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Unverständliche Blicke und ein mitleidsvolles Lächeln: Du arbeitest jetzt im IT-Bereich? Und was genau machst du, den ganzen Tag am Computer sitzen? In einem fensterlosen Raum, als einzige Frau unter Männern? Und mit einem Kühlschrank voller Energy Drinks? Natürlich nicht. (Aber okay: es arbeiten schon viele Männer in dieser Branche) Das ist überhaupt nicht das, was ich mache, und sowieso geht es in Unternehmen im Jahr 2018 ganz anders zu. Die Arbeit in der IT-Branche ist vielseitiger als die meisten Leute denken - ich erkläre Euch am Beispiel des Change Managers einmal, was ich damit meine!

Foto Josine Blog 1

Als Change Manager arbeitet man ständig mit neuen Techniken und daran, Innovationen in den Unternehmensalltag einzubringen. Die Probleme, auf die man stößt, sind dabei natürlich nicht immer technischer Natur. Lasst mich Euch ein Beispiel geben. Ein Auftraggeber von mir hat eine spezielle Art von Lampe entwickelt, mit der man ein Bild auf die Netzhaut projizieren kann – Das Bild wird quasi über die Ansicht des Raumes gelegt, in dem man sich befindet. (Wer Mission Impossible 4 gesehen hat, weiß, wie das aussieht)

Natürlich wäre es zum Beispiel sehr praktisch, wenn Ihr beim Zusammenbau eines Ikea-Schranks die Montageanleitung sehen könntet. Oder wenn Ihr unter die Motorhaube eures Autos schauen und sofort erkennen könntet, was wahrscheinlich kaputt gegangen ist. Man hat das Gefühl, etwas zu sehen, das nicht wirklich existiert - was viele Leute so seltsam finden, dass die Technologie noch nicht weit verbreitet ist. Andererseits benutzen viele Menschen auch Google Glasses – und das ist eigentlich dasselbe, oder?

Ein zweites Beispiel ist die erste Generation von Elektroautos, die über ein Ladekabel aufgeladen werden und die nicht mehr betankt werden müssen. Der Stecker befindet sich dort, wo andere Autos den Benzintank haben; das ist kein Zufall, sondern Absicht, da man sich besser mit einer solchen Innovation zurechtfindet, wenn sie wie etwas aussieht, das man bereits kennt. Als Change Manager arbeitet man daher viel an derartigen Aufgaben: Wie können wir Anwender davon überzeugen, neue Techniken zu verwenden? Dabei geht es auch um Beispiele, bei denen wirklich etwas schiefgehen kann: die schlechte Sicherheitsvorkehrungen von Schleusen und Brücken, die gehackt (loggen Sie sich einfach mit „admin admin“ ein) und geöffnet werden können („Aber meine Schleuse ist doch nicht mit dem Internet verbunden, oder?“), wodurch Menschen in den gesamten Niederlanden nasse Füße kriegen könnten. Klingt interessant, oder? Wenn es wirklich so etwas wie den Stereotyp eines IT-Mitarbeiters gibt, den ich weiter oben beschrieben habe – Red Bull in der Hand, in einem fensterlosen Raum sitzend, ohne Kontakt mit anderen Menschen - dann bin ich einem solchen Menschen noch nicht begegnet. Aber es stimmt, der IT-Bereich ist immer noch in Männerhand. Aber das kann auch ein Pluspunkt sein: Man braucht fast nie selbst einen Kaffee zu holen... ;)